„Leichter gesagt als getan.“ Vermutlich haben das alle von uns schon einmal gehört oder selbst festgestellt. Der Weg vom Wissen zum Handeln ist nicht automatisch. Erkenntnis allein führt nicht sofort zu Taten. Jede Entwicklung beginnt mit dem Erkennen – sei es bei globalen oder persönlichen Krisen. Bevor sich Probleme bessern, müssen diese und ihre Ursachen verstanden werden – wir wissen das! Um die Lücke zwischen Wissen und Handeln zu überwinden, braucht es zwei weitere Schritte: den Einsatz des freien Willens – wir wollen das! – und die Überwindung hinderlicher Gedanken und Gefühle – wir können das! Erst dann kann echtes Handeln folgen: wir machen das!
von Rahel Pontigo
Rahel Pontigo
Alter: 15 Jahre
Klasse: 10
Hobbys: Gesang (seit 2023), Tanzen (Ballett), Theater, Gitarre, Klavier
Seit ich denken kann, mache ich Musik, tanze und stehe auf den unterschiedlichsten Bühnen. Doch manchmal habe ich Angst – vor dem, was kommen kann. Diese Angst trotzdem anzunehmen und weiterzumachen, erfordert Selbstüberwindung und bedeutet für mich. einfach mutig zu sein. Ja, „leichter gesagt als getan“. Erkannte Probleme lassen sich doch bequem verdrängen. Um Gutes zu tun, gehört also auch ein hohes Maß an Ehrlichkeit, selbst wenn diese wehtut. Trotzdem ehrlich zu sein und diese Gefühle nicht zu verbergen oder gar zu verleugnen, sondern diese offen zuzulassen. Im ausgefüllten, sorgenfreien Alltag übersehen wir, was direkt vor unseren Augen geschieht: Krieg, Hunger, Armut, Zerstörung. Wir sind nicht „die Strippenzieher“, aber wenn wir wegsehen, tragen auch wir eine Verantwortung. Mit Mitgefühl und Neugier können und sollten wir hinsehen, verstehen lernen und gemeinsam handeln. Wir sind uns all dessen bewusst, tragen Verantwortung – und können wirklich etwas bewirken – gemeinsam.
von Linus Johs
Linus Johs
Alter: 18 Jahre
Klasse: 13
Hobbys: Gesang (seit 2018 klassisch, Musical, Pop) und Schauspiel
Ich wünsche mir eine Zukunft, in der wir füreinander da sind. Mut und Zuversicht sind dabei keine bloßen Worte, sondern echte Haltung. Hilfsbereitschaft und Empathie machen uns stark – gemeinsam. Fairness und Verlässlichkeit sind Werte, worauf es wirklich ankommt, die für mich wirklich zählen. Ich glaube, Veränderung beginnt immer im Kleinen – bei uns selbst. Flexibel zu bleiben bedeutet, offen für Neues und andere Menschen zu sein. Uneigennützigkeit ist kein Verlust, sondern ein Gewinn für alle.
Echte Begeisterung kann anstecken, wenn sie von Herzen kommt. Wir wollen Hoffnung leben, nicht nur darüber reden. Denn am Ende zählt, dass wir unsere Zukunft gestalten – vom ICH zum WIR!
von Lena Flaig
Lena Flaig
Alter: 14 Jahre
Klasse: 9
Hobbys: Gesang (seit 2018 klassisch, Musical, Pop) und Komposition, Klavier, Geige, Karate, Kickboxen
„Was kann ich mir eigentlich zutrauen?“ ist eine schwierige Frage für mich, wenn ich soziale oder naturschädliche Missstände erkenne. Ich sehe (und höre) manchmal einfach weg, selbst wenn die Probleme nicht zu übersehen sind. „Wie soll ich helfen, wenn ich selbst noch wachsen und noch soviel lernen muss“? Nach einem Auftritt beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ 2024 im Lübecker Theater habe ich durch Zufall das Themenkonzept von musicaetcetera kennengelernt. Es war so, als würde ich eine offene Tür einrennen; denn ich möchte, auch über die Musik hinaus, gern meinen Beitrag für eine schöne Zukunft leisten.
Zur Lösung von echten Problemen gehört jedoch nicht nur der unbedingte Wille, etwas verändern zu wollen, sondern dieses auch zu können. Das ist manchmal ziemlich schwierig. Wir stoßen bei der Suche nach Wegen und Mitteln an unsere Grenzen. Erwünschte Ziele zu verwirklichen, rückt dann in weite Ferne. Hilfeleistung ist nicht nur ein aktiver von außen wahrnehmbarer, sondern ein Vorgang, der sich ständig und ausweitend im Inneren von uns abspielt. Man muss die Gedanken und Gefühle wie z. B. die Angst in sich selbst entdecken, weil uns das sonst – mit der Einschränkung unserer Fähigkeiten – davon abhalten würde, wirklich zu handeln. Manchmal bremsen uns daher Gedanken wie „das ist zu schwer“ oder Gefühle wie Angst oder Unsicherheit völlig aus. Diese inneren Hindernisse erkennen zu können, ist mir wichtig. Wenn wir nämlich verstehen, was uns davon abhält, tätig zu werden, können wir uns dadurch selbst stärken und diese Blockaden überwinden. Dann steht uns nichts mehr im Weg, wirklich etwas Gutes zu tun – mit Wohlfühlen und Stolz!
von Lisa Flaig
Lisa Flaig
Alter: 18 Jahre
Klasse: 13
Hobbys: Gesang (seit 2018 klassisch, Musical, Pop) und Komposition, Klavier, Karate, Kickboxen
Um Krisen und Konflikte zu lösen, sollten wir anders denken: Bei uns selbst beginnen und von dort nach außen wirken. So wie das Wachstum einer Blume nicht mit der Blüte beginnt, sondern mit einem Samenkorn, fängt auch jede persönliche Entwicklung innen an. Anderen zu helfen bedeutet nicht nur, Gutes zu tun, sondern auch, selbst zu wachsen und zu lernen. Vielleicht erklärt das auch, warum Leiden existiert: Oft ist es die Folge davon, wie wir unseren freien Willen einsetzen. Ohne freien Willen gäbe es jedoch keine Entwicklung.
Wenn wir ein Problem erkannt, die Entscheidung für eine Veränderung getroffen und Gedanken und Emotionen, die uns Grenzen setzen, durchschaut haben, bleibt der letzte Schritt: das Tun. Dafür braucht es ein klares Ziel, ohne sich auf dem Weg dorthin zu verlieren. Jeder Entwicklungsschritt hat seinen Platz, auch wenn der Weg meist unvorhersehbar ist. Doch das ist genau das, was ihn so spannend macht. Würde alles nach Plan laufen, wäre es langweilig und in gewisser Weise sogar sinnlos; denn das Zusammenspiel von Ursache und Wirkung, das unsere Welt prägt, würde so gar nicht funktionieren.
Aus dieser höheren Perspektive erkennt man: Entwicklung gelingt nur gemeinsam, also in Kooperation innerhalb eines großen Ursachen-/Wirkungsgeflechts, das wir nie ganz erfassen können. Darum müssen wir uns gegenseitig lernend unterstützen. So wird Handeln, das in unserer Welt oft viel zu negativ belegt ist, keineswegs zur Last, sondern zur Freude: CountOnMe!